Italien ist für uns weit mehr als nur ein Reiseziel. Es ist dieses besondere Gefühl aus Sonne auf der Haut, salziger Meeresluft, kleinen Straßen am Wasser, gutem Essen und einer Ruhe, die im Alltag oft verloren geht. Anfang September machten wir uns deshalb von Thüringen aus mit unserem dakotabeigen T2b SO76 auf den Weg zu einer Reise, die uns bis heute in Erinnerung geblieben ist.
Zum ersten Mal ging es für uns mit dem Bulli nach Sardinien. Schon einen Tag nach dem Start erreichten wir den Hafen von Livorno und setzten wenig später mit der Fähre auf die Insel über. Was folgte, waren drei Wochen voller Eindrücke, rund 3.000 Kilometer, unzählige schöne Begegnungen mit Landschaft und Meer und eine Reise, die uns erneut gezeigt hat, wie besonders das Unterwegssein im eigenen Tempo sein kann.
Mit dem Bulli direkt am Meer
Unser T2b SO76 war auf dieser Reise nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern Rückzugsort, Begleiter und Zuhause auf Zeit. Die Stellplätze direkt am Meer, die Morgen mit Blick aufs Wasser und die ruhigen Abende zwischen Bus, Campingstühlen und Sonnenuntergang haben den Charakter dieser Reise besonders geprägt.
Gerade auf Sardinien wurde deutlich, wie gut ein klassischer Bulli zu dieser Art des Reisens passt. Man ist nah an der Natur, lebt bewusster, plant einfacher und erlebt Orte intensiver. Die Bilder im Slider zeigen genau dieses Gefühl von Freiheit, Ruhe und dem guten Leben mit wenig, aber genau dem Richtigen.
Zwischen Küste, Bergen und kleinen Entdeckungen
Mit der Ankunft auf Sardinien begann für uns der eigentliche Urlaub. Nach der Fährüberfahrt von Livorno erreichten wir am Morgen den Hafen von Olbia und fuhren zunächst nach Palau, wo wir uns auf einem Stellplatz direkt am Meer einrichteten. Schon die ersten Tage hatten genau die Mischung, die wir an solchen Reisen so schätzen. Lange Strandspaziergänge, Schnorcheln im klaren Wasser und dieses langsame Ankommen, bei dem der Kopf Schritt für Schritt vom Alltag in den Reisemodus wechselt.
Wenige Tage später ging es weiter in den Norden, auf einen Stellplatz nahe Porto Pozzo. Auch dort standen wir direkt am Meer, und genau hier entstand eines dieser Reisegefühle, die lange bleiben. Die Tage wurden einfacher, leichter und freier. Der Alltagsstress rückte in den Hintergrund und machte Platz für Sonne, Wasser, gute Gespräche und die gemeinsame Zeit mit engen Freunden. Für mich persönlich kam noch ein weiterer besonderer Moment hinzu, denn ich konnte dort endlich wieder meiner zweiten großen Leidenschaft nachgehen: dem Windsurfen.
Anschließend führte uns die Route immer weiter an die Westküste. Von Maragnanu über Castelsardo bis nach Cabras sammelten wir Tag für Tag neue Eindrücke, ohne dabei in Hektik zu verfallen. Gerade das machte diese Etappe so besonders. Es ging nicht darum, möglichst schnell das nächste Ziel abzuhaken, sondern darum, die Insel unterwegs wirklich wahrzunehmen. Sardinien hat uns in diesen Tagen mit einer beeindruckenden landschaftlichen Vielfalt überrascht. Mal weit und rau, mal ruhig und mediterran, mal felsig und ursprünglich.
Zu den Höhepunkten gehörte eine Bergwanderung in der Nähe des Punta Balistreri, die uns mit großartigen Ausblicken belohnte. Ebenso eindrucksvoll war die Umgebung rund um den Lago di Casteldoria, wo sich Natur, Wasser und Weite auf besondere Weise verbinden. In Castelsardo faszinierte uns der Ort mit seinem Charakter, seiner Lage und seinem ganz eigenen Rhythmus. In Alghero wiederum waren es die alten Gassen und die Schirmlaternen, die eine fast schon filmische Atmosphäre geschaffen haben.
Später zog es uns noch bis in den Süden an die Spiaggia Tuerredda, einen weiteren besonderen Punkt der Reise, bevor wir langsam wieder den Weg zurück einschlugen. Über Cabras und Palau verließen wir Sardinien am 26. September und erreichten wieder das italienische Festland. Doch auch danach war die Reise noch nicht vorbei. Mit Volterra, San Gimignano und einem letzten Blick aufs Meer in Moneglia bekam unser Rückweg noch einmal ganz eigene Höhepunkte, bevor wir über San Bernardino und Wangen im Allgäu schließlich nach Thüringen zurückkehrten.
Was von dieser Reise geblieben ist
Wenn wir heute auf diese drei Wochen zurückblicken, denken wir nicht zuerst an einzelne Kilometer oder Stationen, sondern an ein bestimmtes Gefühl. An Leichtigkeit, Nähe zur Natur und an die besondere Ruhe, die entsteht, wenn man sich Zeit lässt. Sardinien hat uns mit seiner Vielfalt, seiner Weite und seinem ganz eigenen Charakter tief beeindruckt. Gleichzeitig hat uns diese Reise erneut gezeigt, wie besonders es ist, mit einem alten Bulli unterwegs zu sein.
Man reist anders. Bewusster, langsamer und oft intensiver. Der Weg wird wichtiger, kleine Momente bekommen mehr Bedeutung und aus einfachen Tagen entstehen Erinnerungen, die lange bleiben. Genau darin liegt für uns der eigentliche Wert solcher Reisen.
Italien und besonders Sardinien haben seitdem einen festen Platz in unserem Herzen. Wer gern draußen ist, schöne Landschaften liebt und das Reisen nicht nur als Ortswechsel, sondern als echtes Erlebnis verstehen möchte, findet dort ideale Voraussetzungen. Und manchmal braucht es dafür gar nicht viel mehr als Zeit, Offenheit und ein Fahrzeug, das einen entschleunigten Blick auf die Welt ganz selbstverständlich mitbringt.









